Jerusalem steht wie keine andere Stadt für die Vielfalt der Religionen. Sowohl in christlicher, muslimischer und jüdischer Tradition spielt die Stadt eine wichtige Rolle. Seit 1981 gehört Jerusalem zum Weltkulturerbe. Im kwizzme Adventskalender versteckt sie sich – wegen ihrer religiösen Bedeutung – hinter dem 24. und damit letzten Türchen.

Jerusalem hat für die großen Weltreligionen eine ungeheure Bedeutung. Jerusalem wird von Christen, Juden und Muslimen als heilige Stadt angesehen. Das statistische Jahrbuch der Stadt listet 1204 Synagogen, 158 Kirchen und 73 Moscheen im Stadtgebiet.
Diese Bedeutung und die daraus resultierenden Ansprüche sind seit jeher Auslöser für verschiedenste Konflikte.

Klagemauer Jerusalem
Klagemauer

Seit dem 10. vorchristlichen Jahrhundert ist Jerusalem den Juden als Ort des zuerst unter König Salomo errichteten jüdischen Tempels heilig. Den Christen ist Jerusalem heilig, da es der Ort der Leidensgeschichte, Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi ist. Muslimen gilt die Stadt traditionell als die drittheiligste des Islam.

Doch selbst unter den jeweiligen Religionsgemeinschaften gibt es immer wieder Uneinigkeit über Ansprüche und Bedeutung einzelner Orte, Gebäude oder Sitten.
Das beste Beispiel ist hierfür der dauernde Streit innerhalb der christlichen Glaubensströmungen um die Grabeskirche. Griechisch-Orthodoxe, Russisch-Orthodoxe, Georgisch-Orthodoxe, Syrisch-Orthodoxe, Griechische Katholiken, Altkatholiken, Römische Katholiken, Lutheraner, Anglikaner, Armenier und Äthiopier sind sich regelmäßig uneins, welcher Strömung welche Gebetszeiten oder Aufgaben an, vor oder in der Kirche zustehen.

Zwei muslimische Familien wachen daher seit Jahrhunderten darüber, wann welche christliche Glaubensrichtung welche Aufgaben oder Dienste übernehmen darf. Und doch bleibt Uneinigkeit bestehen: So steht zum Beispiel eine längst nutzlos gewordene Holzleiter an der Fassade über dem Hauptportal. Sie diente im 19. Jahrhundert den Mönchen zum Einstieg in die Kirche, wenn die Tore geschlossen waren. Seit vielen Jahrzehnten schon soll sie entfernt werden. Doch ist nicht geregelt, wer das überhaupt tun darf.

So kompliziert die Situation der unterschiedlichen Religionen, so schön ist die Stadt dennoch. Gerade ein Besuch der Altstadt ist wie in ein Ausflug in eine andere Welt.
Ein Besuch Israels und Jerusalems sollte auf jeder Reiseliste stehen.

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