Wer den Jahreswechsel einmal anders verbringen will, der kann das gut im Ausland tun. In einer fremden, spannenden Stadt wird auch der Silvesterabend gleich ganz besonders.

Dieser Reisebericht stellt Dir eine dreitägige Städtereise vor, wie Du Silvester in Stockholm feiern kannst.

Ich bin Adrian, bei kwizzme bin ich für die Kommunikation verantwortlich. Ich mag Hamburg im Winter sehr und Silvester in Hamburg ist toll. Im letzten Jahr musste es aber mal etwas anderes sein. Und so haben meine Frau und ich Silvester in Stockholm verbracht.

Weil sich eine Städtereise nur für die Silvesternacht nicht lohnt, haben wir drei Nächte draus gemacht. Um Stadt, Land und Leute kennenzulernen. Neben einer spannenden Silvesternacht mit gutem Essen haben wir uns auf Kultur und ein bisschen Shopping verständigt. Dafür waren drei Tage dann die perfekte Länge. Aber der Reihe nach…

Tag 1: Erstmal ankommen

Bei einer Reise ist der erste Tag ja meist vom Fahren und Fliegen bestimmt. Für wirkliches Programm bleibt dann häufig nur wenig Zeit. Bei einer zweiwöchigen Reise ist das nicht so schlimm. Wenn man aber nur drei Nächte in einer Stadt verbringt, dann sollte man diese Zeit gut nutzen.

Wir haben daher auch einen besonders frühen Flug gebucht: Schon um halb 7 Uhr ging es in Hamburg los, sodass wir gegen 8 Uhr in Stockholm Arlanda gelandet sind. Von Arlanda bis in die Innenstadt von Stockholm sind es jedoch auch noch ein paar Kilometer, die man einplanen sollte.

Für die Strecke von Arlanda nach Stockholm gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Wer es etwas eiliger hat, nimmt den Arlanda Express. Die Zugfahrt vom Flughafen zum zentralen Bahnhof in Stockholm dauert etwa 20 Minuten und kostet 260 SEK (aktuell etwa 28€, Einzelfahrt), bzw. 490 SEK (aktuell etwa 53€, Hin- und Rückfahrt).
  2. Günstiger, dafür mit knapp 45 Minuten auch länger ist die Fahrt mit dem Flygbussarna. Die Fernbusse fahren alle 10 bzw. 15 Minuten von Arlanda nach Stockholm Cityterminalen, das ist der große Busbahnhof direkt am Hauptbahnhof. Auf dem Weg gibt es einige Zwischenstationen, an denen der Bus bestiegen oder verlassen werden kann (z. B. in S:t Eriksplanen). Das Ticket für Hin- und Rückfahrt kostet nur 198 SEK (etwa 21€).
    Aus Deutschland eher unbekannt: Alle Busse sind mit zuverlässigem, kostenfreiem und schnellem WiFi ausgestattet.
  3. Am entspanntesten ist sicherlich die Fahrt mit dem Taxi. Dafür aber auch nicht gerade günstig.
    Da es in Schweden keine festen Taxitarife gibt, bestimmt jedes Taxi den Preis vom Flughafen zur Innenstadt selbst. Die meisten Taxen haben ihren Pauschalpreis für eine Einzelfahrt außen an der Scheibe angebracht. Meist beträgt der Preis für die einfache Fahrt etwa 500 SEK. Das sind derzeit etwa 54€.

Wir haben uns für die zweite, günstigste Alternative entschieden und waren damit ziemlich happy: Der Bus hat uns bis Stockholm Cityterminalen gebracht, von dort aus (T-Centralen) ging es mit der Stockholm Tunnelbana weiter nach Stockholm Vasastan, unser Hotel lag in der Nähe der Haltestelle Odenplan.

Ich bin ein großer Freund davon, nach der Ankunft in einer neuen Stadt erstmal planlos zu starten. So kann man die Stadt ein wenig auf sich wirken lassen und gleichzeitig hat man die Möglichkeit, das Verkehrsnetz kennenzulernen.

Das war keine so doofe Idee, denn das Stockholmer Tunnelbana System ist ein anderes, als ich es etwa von den Hamburger S- und U-Bahnen kenne. In Stockholm weisen die Wegweiser zu den unterschiedlichen Gleisen eines Bahnhofs. An diesen Gleisen können dann ganz unterschiedliche Linien fahren.

Es ist deshalb vor Abfahrt immer eine gute Idee, sich die Richtung zu merken, in die man fahren will. Dann findet man auch das richtige Gleis und kann in den richtigen Zug steigen. Die U-Bahnen fahren übrigens alle drei, vier Minuten.

Möwe Gamla Stan
Möwe in Gamla Stan

Nach einem Kaffee (der in Schweden nicht ganz billig ist, ein „Latte“ kostet etwa 30 SEK bis 40 SEK kosten, das sind also 3,20€ bis 4,30€) sind wir dann durch Södermalm, Gamla Stan und Östermalm geschlendert. So haben wir Orte entdeckt, die wir uns am nächsten Tag nochmal genauer anschauen wollten.

Den Tag haben wir – nach einem Snack – typisch schwedisch beendet: In der Sauna. Denn die meisten der Hotels haben – auch wenn sie sonst gänzlich auf Spa verzichten – eine Sauna im Haus. Diese Sauna kann von den Gästen i. d. R. kostenlos genutzt werden kann.

Aber Achtung: In Schweden gelten andere Saunaregeln als bei uns. Wer nicht das Glück hat und die Sauna für eine private Runde ganz zu bekommen, der sollte sich mit diesen Regeln vorher vertraut machen.

Tag 2: Shopping, Essen, Silvesternacht

Den zweiten Tag unserer Silvesterreise nach Stockholm haben wir mit Shopping begonnen. Das Shopping in Stockholm unterscheidet sich in vielen Dingen gar nicht so sehr von dem in anderen europäischen und deutschen Städten.

Auch in Stockholm ist der Bereich um die zentrale Einkaufsstraße Hamngatan sehr von großen Ketten wie H&M geprägt. Es gibt aber einige ganz tolle Läden und Orte, die man wirklich besucht haben sollte.

Das Nordiska Kompaniet liegt direkt an der Hamngatan und ist eines der ältesten und sicherlich das bekannteste Kaufhaus in Stockholm. Dort gibt es vor allem Kleidung und Accessoires, aber auch ein wenig Inneneinrichtung. Alles aber eher für den großen Geldbeutel. Anschauen sollte man sich das Haus aber trotzdem vor allem wegen der Architektur.

Wer typisch nordische Inneneinrichtung sucht, der wird bei der dänischen Konkurrenz auf der gegenüberliegenden Straßenseite fündig. Bei Illums Bollighus gibt es auf drei Etagen alles, was das Inneneinrichtungs- und Designherz begehrt.

An die Hamngatan schließt die Biblioteksgatan an. In dieser kleinen Seitenstraße gibt es neben vielen kleineren Läden und Boutiquen auch das Stockholmer Urban Outfitters.

Ich bin kein großer Fan von Urban Outfitters, aber den Laden in Stockholm sollte man sich unbedingt anschauen. Der ist nämlich in einem alten Theater mit einer atemberaubenden Decke und tollen Kristallkronleuchtern untergebracht. In der zweiten Ebene, die man über die alten, knarrenden Holztreppen erreicht, sind auch auf den Rängen Kleiderständer und Regale aufgebaut. Das ist schon wirklich ziemlich cool gemacht.

Wer der Biblioteksgatan folgt, kommt zum Stureplan und von dort aus Richtung Östermalm. Dieser Weg lohnt sich, denn in Östermalm gibt es einige tolle Boutiquen und Läden für Inneneinrichtung zu entdecken. In der Nordiska Galleriet gibt es tolle Designeinrichtung. Bei DesignTorget in der Nybrogatan kann man skandinavisches Design kaufen.

Saluhall Östermalm
Delikatessenstand in der Saluhall Östermalm – Bild: Miguel Virkkunen Carvalho, CC BY 2.0

Was man in Östermalm auf jeden Fall besuchen sollte, ist die Saluhall an der Ecke Nybrogatan/Humlegårdsgatan. Bereits seit dem 19. Jahrhundert gibt es in dieser Backsteinhalle auf 3.000 m² alles, was den Gaumen freut.

In hunderten kleinen Ständen und Verkaufsbuden gibt es schwedische Delikatessen, aber auch internationales Essen. Wer diese Atmosphäre in Ruhe genießen will, sollte nach Möglichkeit nicht am Wochenende kommen, denn dann sind auch alle anderen Touristen dort. Das macht keinen Spaß.

Mit unserem kleinen Shoppingtrip war es nach Östermalm schon vorbei. Die Besonderheit dieses Kurztrips nach Stockholm war ja auch der Jahreswechsel. Wir sind deshalb früher ins Hotel zurück, weil wir für abends eine Reservierung zum Essen hat.

Über Yelp hatten wir das Restaurant Grill entdeckt, das als eines der wenigen am Silvesterabend überhaupt zu reservieren war. Denn was nicht wussten: In Schweden ist Silvester traditionell ein sehr familiäres Fest, die meisten Restaurants sind deshalb ab mittags geschlossen. Am 31.12. oder 1.1. ein Restaurant zu finden, gestaltet sich daher als schwierig.

Mit dem Grill hatten wir aber Glück und so gab es zum Jahreswechsel ein Viergangmenü mit Kaviar, Entrecôte vom Kalb und Kabeljau für uns. Das Essen war vorzüglich, wenn auch nicht ganz billig. Knapp 160 Euro (also um die 1600 SEK) haben wir inklusive alkoholischer Getränke für zwei Personen gezahlt. Aus deutscher Sicht ein ganz ordentlicher Preis, für Schweden aber eher Mittelfeld.

Den Jahreswechsel selbst haben wir danach – wie zehntausende andere Menschen – in Gamla Stan am Wasser verbracht. Vom dortigen Hafenbecken aus kann man das offizielle Feuerwerk der Stadt Stockholm beobachten.

Tag 3: Kunst und Kultur

Den Neujahrstag haben wir spät und mit einem langen Frühstück im Hotel beginnen lassen. Für den Tag hatten wir uns dann Kunst und Kultur vorgenommen.

So ging es am Vormittag zunächst zum Fotografiska, dem Fotografiemuseum der Stadt in der Nähe der Haltestelle Slussen. Im Museum gibt es wechselnde Austellungen verschiedener Künstler, wir durften Arbeiten von Herb Ritts oder Jimmy Nelson bewundern.

Eine zweite Besonderheit ist das wunderschöne Café im Obergeschoss des Museums. Zwischen Exponaten in toller Atmosphäre kann man dort ein Heißgetränk mit fabelhaftem Ausblick genießen.

Der Eintritt ins Fotografiemuseum kostet für Erwachsene 120 SEK.

Von Slussen kommt man mit der Fähre auch auf die Insel Djurgården. Die Fährüberfahrt mit den Waxholmsbolaget dauert nur einige Minuten und ist in den Zeitkarten des Stockholmer ÖPNV bereits beinhaltet.
Djurgården selbst kann man gut zu Fuß erkunden oder man besucht Skansen, das erste Freilichtmuseum der Welt.

Von Djurgården sind wir zu Fuß zurück nach Östermalm und haben einen kleinen Abstecher auf Skeppsholmen gemacht. Wir hatten gehofft, dort ins Museum für moderne Kunst, das Moderna Museet, gehen zu können. Das war aber – Neujahr geschuldet – leider geschlossen.

Deshalb sind wir zum Abschluss des Tages noch einmal weiter nach Gamla Stan gelaufen. Nach einem Spaziergang durch die Altstadt wollten wir den Tag mit einem guten Kaffee beenden.

Tausende Touristen und ein Neujahrskonzert bei dem auch das Diplomatische Corps anwesend war, haben diesen Plan jedoch torpediert. Um das Schloss und in der gesamten Altstadt war es so voll, dass weder der Spaziergang Spaß gemacht hat, noch ein nicht überfülltes Café zu finden war.

Zum Abschluss unseres Kurzurlaubs in Stockholm haben wir abends dann nochmal die Sauna des Hotels genutzt. Denn am nächsten Tag sollte es schon zurück gehen.

Fazit: Silvester in Stockholm

Drei Tage Stockholm waren toll. In drei Tagen haben wir viel gesehen, es bleibt aber auch noch genug für einen zweiten Besuch übrig.

Auch wenn Flüge ab Deutschland günstig zu haben sind und sich die Kosten für’s Hotel auch in Grenzen halten, so sollte man das Taschengeld eher großzügig planen: Alles in Schweden ist teurer als in Deutschland, insbesondere bei Essen und Getränken macht man große Augen.

Gerade wer plant Silvester in Stockholm zu verbringen, sollte ein wenig vorplanen. Viele Restaurants haben am Abend des 31.12. und auch am 1.1. nicht geöffnet. Am Neujahrstag haben viele öffentliche Einrichtungen wie Museen ihre Pforten geschlossen.

Reiseinfos

  • Reisezeit: 30.12. bis 02.01.
  • Gesamtkosten, pro Person (inkl. Hotel, Anreise, aller Kosten vor Ort): 480 Euro
  • Wechselkurs: 1€ etwa 9,5 SEK
  • Preis für einen Kaffee: etwa 3 – 4€
  • Preis für eine Dreitageskarte im ÖPNV: etwa 25€

Dieser Beitrag wurde zuerst auf CMD-A.de veröffentlicht.

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