Zu spät, zu langsam, zu voll. Der öffentliche Fern- und Nahverkehr in Deutschland hat keinen guten Ruf. Verglichen mit anderen Ländern jammern wir aber auf einem ziemlich hohen Niveau.

kwizzme wagt den Blick in die Welt und hat drei krasse Beispiele für Nah- und Fernverkehr gefunden, die deutsche Zustände fast schon himmlisch wirken lassen.

Entdeckung der Langsamkeit? Zugfahren in den USA

“Wenn bei der Deutschen Bahn auf etwas Verlass ist, dann auf die Verspätung!”, sagt man sich hierzulande gern. Doch verglichen mit US-amerikanischen Zuständen, scheint es uns noch vergleichsweise gut zu gehen.

Der berühmte Langstreckenzug Amtrak ist für gemütliches und langsames Fahren mit großen Servicedefiziten bekannt. Eine Fahrt von Seattle nach Los Angeles dauert mindestens 36 Stunden.
Die wichtigen Pendlerzüge – etwa der Caltrain, der San Francisco mit dem Umland verbindet – sind aber unwesentlich besser: Als Pendler muss man Überfüllung und Verspätung jeden Morgen fest mit einplanen.

Eng und kompliziert: Busfahren in Shanghai

Der öffentliche Straßenverkehr in Asien ist ja sowieso schon ganz anders, als wir das aus Deutschland kennen und oftmals schon Abenteuer genug. Wer aber in Shanghai ist und keine Lust auf’s Taxi hat (das ja mit ab etwa 2€ pro Fahrt sehr günstig ist), sondern ein weiteres Abenteuer sucht, der sollte mal den öffentlichen Busverkehr ausprobieren.

Busfahren in Shanghai
Für Abenteuerlustige: Busfahren in Shanghai – Bild: Pedro Serapio, Lizenz: CC BY 2.0

So laut, chaotisch und eng es auf Shanghais Straßen zugeht, so ist es auch in den öffentlichen Buslinien. Die wirken auf uns Europäer wie aus einer anderen Welt: Die Linienpläne gibt es nur auf Chinesisch. Die Fahrpreise unterscheiden sich je nachdem, ob im Bus eine Klimaanlage vorhanden ist. Bezahlt wird mit Kleingeld in bar, Wechseln ist nicht drin. Und eigentlich ist man im Bus auch nicht viel schneller, weil der im Verkehrschaos auch regelmäßig stecken bleibt. Dafür sind die Busse dann aber auch erstaunlich eng mit Fahrgästen gefüllt.

Da eine Fahrt aber nur ab etwa 20 Cent kostet, kann man das Busfahren in Shaghai gut unter “Abenteuer” verbuchen. Um danach wieder ein Taxi zu nehmen, was aber nicht weniger abenteuerlich ist.

Das toppt alles: U-Bahn-Fahren in Tokio

Die Tokioter U-Bahn ist mit mehr als 3 Milliarden Fahrgästen im Jahr das am stärksten genutzte U-Bahn-System der Welt.

Das führt vor allem zur Rush Hour zu kuriosen Szenen und Bildern, die es bis nach Deutschland geschafft haben. Dann nämlich sind die sog. Oshiya – die U-Bahn Drücker – dafür verantwortlich, so viele Menschen wie möglich in einen U-Bahn-Waggon zu pressen. Zuweilen ist ein Waggon dann auch mal mit doppelt so vielen Menschen gefüllt, wie eigentlich vorgesehen.

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